Wer braucht schon 9 Leben

Wer der neuen Kustom Bewegung, die einen enormen Boom im Motorradsektor ausgelöst hat, folgt, wird wahrscheinlich über ein seltsames Motorrad mit einer Vollverkleidung gestolpert sein. Es sieht aus als käme es direkt von einer Rennstrecke aus den 60er Jahren.

Das Motorrad trägt den Namen „Lucky Cat Sprintbeemer“ und gehört Sebastian Lorenz, einem der Aushängeschilder der „new custom scene“.

Die Geschichte des Sprintbeemers beginnt mit dem Teil, das die gesamte Form und Funktion vorgegeben hat. Dem Hintertreffen. Sebastian verliebte sich in eine alten MH Racemaster Drag Slick Reifen und fing an ein Motorrad um diesen Reifen zu bauen. Die meisten Teile sind aus klassischen BMW Motorrädern den 50er bis 90er Jahre. Das fertige Bike wurde 2013, beim schon legendären Glemseck 101 präsentiert und markiert die Wiederbelebung des Sprint Rennens. Der Sprintbeemer wurde von einem engen Freund von Sebastian gefahren, da dieser sich kurz vor Glemseck das Bein gebrochen hatte. Beim BMX fahren (ohne Zweifel die zweitbeste Tätigkeit nach dem Motorradfahren…)

Sebastian nannte das Motorrad den „Lucky Cat Sprintbeemer“ und seit diesem Tag stehen beide immer im Mittelpunkt von Motorradveranstaltungen in ganz Europa. Auf den ersten Blick sieht der Sprintbeemer aus wie ein klassisches BMW Rennmotorrad, aber under der Glasfaser-Verkleidung von AirTeck Streamlining, steckt jede Menge aktuelle Technik. Der BMW R 100 RS Motor ist von Edelweiss Motorsport auf Spitzenleistung getuned. Eine Lachgas Einspritzung und eine elektrisch angesteuerte Druckluft-Schaltung stellen klar, das es sich hier nicht um ein Spielzeug handelt. Der Sprintbeemer hinterlässt einen dicken, schwarzen Strich auf der Strasse, sobald Sebastian am Gas zieht."

Viele, selbst erklärte „Cat Killer“ tauchten in den letzten Jahren auf. Meistens ohne grossen Erfolg. Aber es verschaffte der Custom Sprint Szene einen grossen Aufschwung und führte die Entwicklung in eine ganz andere Richtung als bei herkömmlichen Beschleunigungs-Rennen.

2015 gründete Sebastian die „Sultans of Sprint“ Rennserie. Die Regeln sind einfach. Jedes Motorrad, das um einen Luft- oder Ölgekühlten 4-Tackt Motor mit bis zu 1400 ccm und so verrückt wie möglich aussieht ist gerne eingeladen an der Serie teil zu nehmen. Achtzehn Team kämpften 2016 um den Titel des schnellsten, aber auch kreativsten Sprint Racers. Die Rennen fanden während des „Wheels and Waves“ in Biarritz, dem „Cafe Racer Festival“ in Montlhéry, beim Glemseck 101 und auf der Intermot Messe in Köln statt.

Die Masse and verrückten Ideen und Kreativität ist überwältigend. Und das gilt nicht nur für die Motorräder, sondern auch für die Teams, die Presentation und das ganze Drumherum. Man kann ein offenes und sehr positives Chaos mit vielen breit grinsenden Gesichtern verfolgen und die Leidenschaft für Motorräder kann man rund um das „Sultans of Sprint“ Zelt förmlich riechen.


Wenn man die Rennen verfolgt, merkt man das der Wettkampf auf der Strecke ein wichtiger Teil der „Sultans of Sprint“ ist, aber mindestens genau so wichtig ist der Spass und die Freundschaft unter den Teilnehmern. Und das, fasst die Idea des „New Custom Movements“ ganz gut zusammen.

Wir können es kaum erwarten, neue und noch wahnsinnigere Ideen der „Sultans of Sprint“ auf den Rennstrecken zu sehen. Es wird 2017 wieder vier Rennen geben. Dismal in vier unterschiedlichen Ländern. Das sollte man sich nicht entgehen lassen.

https://sultansofsprint.com/
https://www.facebook.com/SultansOfSprint/