Wir fanden einen schönen Zeltplatz gegen späten Abend (ca. 23Uhr) auf einer frisch gemähten Wiese. Nach dem Abendbrot fielen wir in einen tiefen Schlaf, da wir ja die Odyssee durch Ufa hinter uns hatten und im Endeffekt nur ein paar 100 km gen Osten kamen.
Gegen Vormittag ging es dann wieder auf die ES und bei der Abfahrt kam der Bauer noch mit seinem selbstgebasteltem Ish Gespann inkl. Anhänger vorbei um Heu zuholen.
Ab gen Ural: Diesen sahen wir nach ca. 1h in der Ferne als Bergkette. Endlich wurde es hügelig und bergig. Die Landschaft ist zu vergleichen mit dem Schwarzwald oder Thüringer Wald, ein wenig höher und 200km breit (Ost/West).
Nach den einigen Kurven und Anstiegen machten wir eine Mittagspause in einem Cafe am Straßerand, an dem wir unsere lang gesuchten Sitzgelegenheiten erspähten. Die guten Mini-Campingstühle. Es war am Abend nämlich immer mühsam auf den Stollen oder im Gras am Feuer zu sitzen. 300 Rubel später hatten wir sie und ab ging es ins benachbarte Cafe zum futtern. Eine kleine Flotte von brandneuen Ural LKW aus Miass, erregte dabei unsre Aufmerksamkeit.
Eine Stunde später nahmen wir nach einer kleinen Schlamm-Trophy ein Bad in einem wunderbar klaren Gebirgsfluss mit vielen Fischen ein. Weiter ging es auf die Spitze des Urals vorbei an qualmenden, stinkenden und lahmen LKWs. Auf dem Pass wurde das Wetter dann sehr nebelig und kühl. Als wir den Pass überquert hatten, kamen wir zum Scheidepunkt zwischen Europa und Asien. Endlich, wir waren in Asien!!
Man glaubt gar nicht wie groß Europa nach Osten ist. Nach einem Tankstellenbesuch, welcher auch als Produkti fungiert und unsere Bordküche wieder füllte, nahmen wir einen Hügel und schlugen unser Zelt auf. Leider war dort die absolute Mückenhölle, welche trotz Wind nicht von uns abließen. Der erste Einsatz unserer Moskitonetze.
Die Nacht war regnerisch und windig da wir sehr exponiert zelteten, aber der Morgen bot uns einen grandiosen Ausblick. Im Westen der Ural, im Osten Sibirien mit flachem Land und Wäldchen, im Süden Kasachstan und im Norden die Vororte von Chelyabinsk. Wir waren nun fast 2000 Km hinter Moskau und das Wetter wurde etwas kühler, was uns nach ständigen 30 Grad Außentemperaturen sehr gefiel.
Angekommen in Chelyabinsk dies ist endlich wieder eine Stadt mit Straßennamen und so fanden wir auch schnell das Zentrum. Leider war dort nicht das versprochene Internetcafe, so dass wir in einem Fahrradladen freundlicherweise Weltnetz nutzen konnten.
Die Stadt ist entgegen der Aussagen des Reiseführers sehr angenehm und wirkt interessant. Überhaupt muss man sagen, dass bis jetzt alle Städte einen nicht russischen Eindruck vermitteln. Wir aßen in einem Cafe und holten ein wenig Geld und weiter ging die Fahrt gen Omsk.
Liebe Grüße von uns beiden
Emanuel & Georg











