Seidenstraßentour: …durch das weite Usbekistan

Hallo zusammen, nach einer ziemlichen Weile – auch bedingt durch wahnsinnig schlechte Internetverbindungen, die ein Hochladen der Fotos und Texte zur Odyssee werden liessen – hier wieder eine Reihe an Updates auf unserer Tour: mit den MZ-ES die Seidenstrasse entlang.

Nach der Grenze in Usbekistan

Nach der Grenze in Usbekistan

Nachdem wir das quirlige und angenehme Osch verlassen haben, was darin bestand unsere Motorräder zum Ortsausgang zu fahren, weil dort die Grenze zu Usbekistan ist, bekamen wir einen Stempel in den Pass und eben so schnell wie wir eingereist waren, waren wir auch wieder draußen.

Auf dem Weg nach Taschkent

Auf dem Weg nach Taschkent

Auf Usbekischer Seite sah es da schon anders aus, denn man entdecke dass wir zwei Reisepässe hatten und das darf nun schon mal gar nicht sein! Man fühlte sich beleidigt, dass das Usbekistan-Visa im kleinen grünen Reisepass ist und nicht im roten Hardcover-Original. Erklärungsversuche, dass beide gleichwertig sind und auch Russland im grünen Reisepass ist, brachte keine Besserung. Erst als ich auf die Frage, welchen Reisepass wir denn in der EU benutzen würden, meinen Personalausweis zog, welcher nun wirklich armselig neben den Reisepässen wirkt, gab man sich zufrieden.

Durchs Fergana Tal

Durchs Fergana Tal

So fuhren wir dann durchs grüne Fergana-Tal Richtung Taschkent. Gegen Abend fanden wir einen Zeltplatz am Rande eines Baumwollfeldes, was im übrigen nahezu jedes Feld in Usbekistan ist. Als wir das Zelt aufbauten, kam auch der ansässige Bauer (Manu’s Alter) im Daewoo Damas vollgestopft mit Tarbrus (Melonen). Der konnte natürlich nicht verstehen, wie man im Zelt schlafen kann und versuchte uns zu überzeugen, bei ihm zu schlafen. Aber wir lehnten ab und so fingen wir an seine Melonen zu essen, die er uns vorsetzte. Wir steuerten Non (Brot) bei und im Minutentakt trafen seine Freunde und Familie ein. So hatten wir ein schönes Abendessen und lernten die freundlichen Usbeken kennen. Als wir ins Zelt gehen wollten, machten wir erneut mit der einheimischen Insektenwelt Bekanntschaft. Eine ca. punk case iphone 8 plus 20 cm große Spinne, welche jedoch im Vergleich zur Kirgisischen Terminator-Spinne geradezu niedlich aussah. Sie nistete sich bei uns zwischen Innen- und Außenzelt ein und wir durchsuchten sicherheitshalber noch mal unsere Schlafsäcke bevor wir den Tag beendeten.

Ernteeinsatz der Baumwollpflückerinnen

Ernteeinsatz der Baumwollpflückerinnen

Kurz nach dem Aufstehen kam auch schon ein GAS Lkw, voll beladen mit bunt gekleideten und gut gelaunten Usbekinnen. Diese wurden am Feldrand ausgekippt und los ging es mit lauten Gelächter zur Baumwollernte. black iphone 7 case girly Weiter ging unsere Fahrt und zum Glück trafen wir an der Grenze auf zwei ältere Britinnen im überladenen Mini, die uns ein wenig Geld (14000 Sum) schenkten, so dass wir etwas Wasser kaufen konnten.Auf der Fahrt bemerkten wir, dass der Usbeke eigentlich nur vier verschiedene Autos kennt: das sind Daewoo Nexia (Opel Kadett E), Daewoo Damas, Daewoo Matis und der einzige Lichtblick ein Lada. Alle Daewoos sind dazu auch noch fast immer weiß lackiert. Da kommt richtig Freude auf, wenn man mal einen Wolga oder einen Moskwich sieht. Damit haben wir das erste wichtige Merkmal des Usbeken beschrieben – den Daewoo.

Kühlschranktransport auf Usbekisch

Kühlschranktransport auf Usbekisch

Das zweite Merkmal ist die Tatsache, dass mindestens die Hälfte der Bevölkerung bei der Polizei arbeitet. Ständig sieht man am Straßenrand Polizisten und ca. alle 50km kommt eine Art Grenzposten, den man passieren muss. Zum Glück müssen wir meist nur die Standardfragen beantworten: „Woher, wohin, wie alt und habt ihr Kinder?“ Manchmal müssen wir auch ein Foto mit allen machen oder einfach nur Hände schütteln.

Polizeipräsenz überall

Polizeipräsenz überall

Gegen Abend erreichten wir dann also Taschkent. Eine der wenigen Möglichkeiten in Usbekistan Geld zu bekommen. Denn das geht nur in Taschkent, Samarkand und Buchara. Also den Touristen-Hochburgen. Dort hoben wir erst mal 250 Euro (630000 Sum) ab. Das Problem dabei ist, dass der größte Geldschein in UZ ein 1000er ist mit einem Wert von 40 Cent. Mit diesem Klumpen Geld fuhren wir dann durch die sehr schöne und grüne Stadt.

Geld holen in Taschkent

Geld holen in Taschkent

Millionäre

Millionäre

Leider sind Verkehrschilder und Ortseingansschilder in Usbekistan absolute Rarität und wenn man welche findet, so stehen dort meist Richtungen mit Dörfchen drauf, die auf keiner Karte zu finden sind. Aber alles kein Problem so lange die Sonne scheint, denn da weiß man wenigstens wo die Himmelsrichtungen sind. Erste Erfahrungen mit diesem antiquiertem und doch sehr verlässlichen System sammelten wir ja bereits in Kirgisien. iphone 7 case for cards Leider war es in Taschkent bereits dunkel und so irrten wir ewig durch die Stadt und die Einheimischen wiesen uns Richtungen, die immer wieder zum Ausgangsort führten. Die Nerven lagen blank! Zum Schluss fanden wir doch noch heraus und suchten uns einen Zeltplatz.

Zeltplatz nach Taschkent

Zeltplatz nach Taschkent

Wir haben dann erst mal Mittag gegessen wo wir umgehend zum Bier eingeladen wurden. Wir verneinten mit den Worten, das wir noch fahren müssten. iphone 7 phone cases disney castle Das interessierte die Usbeken reichlich wenig und sie versuchten uns zu erklären, dass Motorradfahrer nicht von der Polizei angehalten werden. Ähhh nun ja…

Pause auf dem Weg nach Samarkand

Pause auf dem Weg nach Samarkand

So fuhren wir dann nach Samarkand und fanden auch gleich ein schönes Hotel in der Altstadt. Am Abend schauten wir uns die Bibi Khanum Moschee an und waren geplättet von deren Schönheit. Als wir an einem Kiosk ankamen wurden wir gleich auf Vodka eingeladen und bekamen eine kleine Stadtführung von den Einheimischen.

Samarkand Medresen

Samarkand Medresen

Am Registan, der ältesten noch existierenden großen Medresen (arab. iphone 7 charging case apple Schule) die schon Dschingis Kahn ob ihrer Schönheit verschonte, fand gerade ein Konzert mit Lichtshow statt. Die Usbeken gehen mit ihren Heiligtümern wie auch in der westlichen Welt um und machen dort Party.

Samarkand bei Nacht

Samarkand bei Nacht

Am nächsten Tag besuchten wir Moscheen und Medresen, wo wir unter anderem im Registan http://de.wikipedia.org/wiki/Registan

von einem Polizisten illegalerweise auf ein Minarett geschleust wurden. Von dem Minarett der Ulugbek Medrese von 1420, die älteste der drei Medresen, hatten wir einen atemberaubenden Ausblick. Leider war unser Akku der Kamera alle, so dass wir diesen Blick leider nicht mit Euch teilen können. Wir besuchten auch den Bazar und waren überwältigt von der Vielzahl an historischen Bauten. Samarkand ist eine moderne und sehr saubere Stadt, in der leider die Altstadtviertel durch neue Mauern vor den wenigen Besuchern abgeschirmt werden. So verbrachten wir drei Tage im sonnig heißen Samarkand.

Samarkand Registan

Samarkand Registan

Samarkand - auf dem Markt

Samarkand - auf dem Markt

Von Samarkand aus ging es dann über teilweise ausgedehnte Steppengebiete und kleinere Städte (Karshi) Richtung Buchara. Allerdings wollten wir nicht gleich in die Stadt, sondern noch eine Nacht im Zelt schlafen. Hotel ist gut, aber zelten ist wesentlich schöner.

Auf dem Weg nach Buchara

Auf dem Weg nach Buchara

Wir fanden ein sehr idyllisches Plätzchen nachdem wir eine lange Steppe und eine bewässerte Ebene durchfahren hatten. Es erhob sich ein Hügelkette am Rand der Ebene; der ideale Zeltplatz. Schnell wurde durch routinierte Handgriffe alles aufgebaut und Spaghetti gekocht. Nebenbei verfolgte uns ein wunderbarer Sonnenuntergang in der Steppe mit grandioser Aussicht. Das Ganze wurde noch getoppt von einem Vollmond.

Zeltplatz in der Wüste bei Vollmond

Zeltplatz in der Wüste bei Vollmond

In der Nacht bekamen wir noch Besuch von einigen äußerst großen Laufameisen, die sich an unseren Melonenschalen vergingen. iphone 6 case glide Beeindruckende Tierchen! Die Nacht war dann weniger gut, da es heftige Windböen gab und der Vollmond ganz schön hell durch das offene Dach schien.

Der Morgen

Der Morgen

Allerdings war das auch gut so, so kamen wir rechtzeitig aus dem Schlafsack, bevor die Sonne alles nieder brutzelte. Nach einem ausgedehnten Frühstück und ein wenig Karten-Lektüre ging es dann die restlichen 60km nach Buchara.

Buchara empfing uns mal so gar nicht als die Altstadt der Postkartenmotive, sondern mit vielen Gipsfabriken und Industrie aller Art. Auch sahen wir viele weißrussische, russische und baltische LKWs. Je näher wir der Stadt kamen, desto schlechter wurden die Strassen. Es gab mal wieder kein einziges Verkehrsschild, das auf so etwas wie ein Zentrum hinwies; auch Straßennamen suchten wir wieder vergebens. Nach einer Holperfahrt über den Autobazar gelang es uns dann doch irgendwie die Altstadt zu finden. Ab ins Hotel; ausladen und ein wenig durch die Stadt schlendern. Es wurde Abendbrot gegessen und so beendeten wir den Tag.

Buchara

Buchara

Der nächste Tag war nicht etwa mit Sightseeing verplant, sondern es ging ab auf den Autobazar, um Georg seine beiden nicht mehr dämpfenden Stossdämpfer mit Öl befüllen zu lassen und bei mir den vorderen Rechten auf zu füllen. Wir fanden eine “Remont” (Werkstatt) und nach kurzem Blick auf die Dichtringe (Doppellippe) sahen wir, dass diese bei den leckenden Dämpfern komplett ausgeschlagen waren. Wow! – die Dinger hatte ich neu verbaut und nun schon total undicht. Naja, die Zentralasiatischen Strassen haben ihnen wohl den Rest gegeben.

Buchara: Ersatzteil-Bazar

Buchara: Ersatzteil-Bazar

Nach kurzer Beratung beschlossen wir, da wir auf den Bazar keinen adäquaten Ersatz bekamen, diese in den Dämpfern zu lassen und lediglich wieder Öl ein zu füllen. Gesagt, getan – 2h später war alles geregelt. Wir fanden auf dem Bazar auch noch einen Seitenständer für Georg (hatte ihn ja in Kirgisien verloren), dieser wurde angepasst und geschweißt. Das beanspruchte so ziemlich den ganzen Tag.

11h Fahrt bis Khiva

11h Fahrt bis Khiva

per Anhalter mit dem Truck nach Khiva

per Anhalter mit dem Truck nach Khiva

Am Folgetag ließen wir die MZ im Hotel, packten unsere russischen Rucksäcke und fuhren nach Khiva (ca. 400km nördlich). Eigentlich wollten wir einen der Reisebusse aus Taschkent anhalten, landeten aber irgendwie bei einem Trucker aus Urgench (die größere Stadt 25km vor Khiva). Er hatte geröstete und gesalzene Pflaumenkerne geladen (Snacks) und ab ging die Post. Nach 11h Tortour erreichten wir Urgench. Zuerst fuhr Rysmat zu seinem Empfänger und lud ein wenig der Ware ab. Danach ging es für uns zum Bahnhof und dann das letzte Stück weiter mit dem Zug bis Khiva.

Altstadt Khiva

Altstadt Khiva

Am nächsten Morgen wurde Khivas herrliche Altstadt erkundet. Das Hotel (Lali Opa) befand sich direkt gegenüber der fantastischen Stadtmauern, so hatten wir es nicht weit. Ansonsten lasen wir viel und genossen das Ambiente irgendwo in der Stadt im kühlen Schatten bei einem noch kühleren Getränk.

Sightseeing Khiv

Sightseeing Khiv

Wir durchwanderten am Abend nochmals die Altstadt und gingen auf Motivfang. cricket iphone 6 case Dabei wurden wir versehentlich in einer Medrese eingesperrt – wollte man uns etwa Heiden bekehren?! Zum Glück war eine Meute Kinder davor am Fußball spielen und die Tür wurde 10min später wieder für uns geöffnet.

Khiva bei Abenddämmerung

Khiva bei Abenddämmerung

Am nächsten Morgen ging es zurück nach Buchara, das Auswahlkriterium für das nächste Beförderungsmittel war ganz klar die Reifengröße, denn diese Wellblechpiste war genauso schlimm wie in Nordkasachstan. Wir fanden einen Reisebus, der gegen 10Uhr los fuhr und dieser hatte dann am Ende der schlimmsten Etappe eine Panne an der Federung. Alles wurde an Ort und Stelle auf usbekische Art und Weise gelöst, bis die Fahrt weiter gehen konnte.

Mit dem Reisebus zurück nach Buchara

Mit dem Reisebus zurück nach Buchara

Ich hatte noch ein sehr angeregtes Gespräch mit einem Lehrer der „Faculty for foreign languages“ der Uni Samarkand, der uns gehörig ausquetschte und verdammt neugierig war. Er fungierte als Dolmetscher für den Rest des Busses, die alle ganz interessiert jedes Detail wissen wollten.

Altstadt Buchara

Altstadt Buchara

Am nächsten Tag starteten wir dann endlich unser Sightseeing in Buchara und fanden die ganzen einmaligen Bauwerke. Am Abend saßen wir noch in einem kleinen Straßenlokal an der alten Stadtmauer direkt gegenüber vom Obst- und Gemüsebazar.

Altstadt Buchara

Altstadt Buchara

Altstadt Buchara

Altstadt Buchara

Morgen geht es noch zur Bank, da wir in Schurk(Turk)menistan an der Grenze gut abgezockt werden und dringend Dollar benötigen um hinein zu kommen.

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